Der Vorwurf der sexuellen Belästigung wird häufig unterschätzt. Zwar handelt es sich nicht um ein Verbrechen, dennoch sieht das Gesetz spürbare Strafen vor. Welche Konsequenzen konkret drohen, hängt stark vom Einzelfall ab.
Gesetzliche Grundlage
Sexuelle Belästigung ist in § 184i StGB geregelt. Strafbar ist eine körperliche Berührung in sexuell bestimmter Weise gegen den erkennbaren Willen der anderen Person.
Möglicher Strafrahmen
Der gesetzliche Strafrahmen umfasst:
- Geldstrafe
- Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren
In der Praxis werden bei Erstvorwürfen häufig Geldstrafen verhängt, insbesondere wenn keine Vorstrafen bestehen.
Wovon hängt die konkrete Strafe ab?
Bei der Strafzumessung berücksichtigen Gerichte unter anderem:
- Art und Intensität der Berührung
- Dauer und Ablauf der Situation
- Aussagekonstellation (z. B. Aussage gegen Aussage)
- Vorstrafen oder Ersttat
- Verhalten nach dem Vorwurf
- Beweislage insgesamt
Nicht jeder Vorwurf führt automatisch zu einer Verurteilung.
Geldstrafe: Was bedeutet das konkret?
Geldstrafen werden in Tagessätzen bemessen.
Die Anzahl der Tagessätze richtet sich nach der Schwere der Tat, die Höhe eines Tagessatzes nach dem Einkommen.
Bereits ab 90 Tagessätzen kann ein Eintrag im Führungszeugnis drohen.
Führungszeugnis und Nebenfolgen
Neben der eigentlichen Strafe können weitere Folgen eintreten, etwa:
- Eintrag im Führungszeugnis
- berufliche Konsequenzen
- arbeitsrechtliche Maßnahmen
- Reputationsschäden
Gerade diese Nebenfolgen sind für viele Betroffene besonders belastend.
Ist eine Einstellung möglich?
Je nach Beweislage und Umständen kommen in Betracht:
- Einstellung mangels Tatnachweises
- Einstellung gegen Auflagen
- Strafbefehl statt Hauptverhandlung
Eine frühzeitige, strategische Verteidigung erhöht die Chancen auf eine günstige Lösung erheblich.
Bedeutung der Verteidigung
Ein erfahrener Strafverteidiger kann:
- prüfen, ob der Tatbestand erfüllt ist
- strafmildernde Umstände herausarbeiten
- auf Einstellung oder niedrige Strafe hinwirken
- belastende Nebenfolgen begrenzen
Gerade bei sexueller Belästigung entscheidet die Verteidigungsstrategie oft über das Ergebnis.
Diskret, vertraulich, sensibel
Vorwürfe wegen sexueller Belästigung sind für Betroffene häufig mit Scham und Zukunftsängsten verbunden. Wir beraten Mandanten in Osnabrück diskret, vertraulich und ohne Vorverurteilung.
