Der Erwerb von kinderpornografischen Inhalten zählt zu den schwerwiegenden Sexualdelikten. Entsprechend hoch sind die gesetzlichen Strafandrohungen.
Welche Strafe im Einzelfall droht, hängt jedoch maßgeblich von den konkreten Umständen und der Beweislage ab.
Gesetzliche Grundlage
Der Erwerb von Kinderpornografie ist in § 184b StGB geregelt. Der Gesetzgeber sieht hierfür Freiheitsstrafen vor; Geldstrafen allein sind regelmäßig nicht vorgesehen.
Möglicher Strafrahmen
Je nach Ausgestaltung des Vorwurfs kommen in Betracht:
- Freiheitsstrafe
- Freiheitsstrafe auf Bewährung (bei milderen Konstellationen)
- in schweren Fällen mehrjährige Haftstrafen
Die genaue Einordnung hängt u. a. von Menge, Art und Umständen des Erwerbs ab.
Wovon hängt die konkrete Strafe ab?
Gerichte berücksichtigen insbesondere:
- Art und Anzahl der Inhalte
- Dauer und Häufigkeit des Erwerbs
- technische Abläufe (Download, Zugriff, Speicherung)
- Vorstrafen oder Ersttat
- Nachtatverhalten
- Beweislage und Einlassung
Auch formale Unterschiede (Erwerb vs. Besitz vs. Verbreitung) sind strafmaßrelevant.
Bewährung – ist das möglich?
Bewährung kann in Betracht kommen, wenn:
- keine einschlägigen Vorstrafen bestehen
- die Tat als weniger schwer eingeordnet wird
- günstige Sozialprognose besteht
Eine Bewährung ist jedoch kein Automatismus und erfordert eine sorgfältige Verteidigung.
Mögliche Nebenfolgen
Neben der eigentlichen Strafe drohen häufig:
- Eintrag im (erweiterten) Führungszeugnis
- berufliche Einschränkungen
- Tätigkeits- oder Kontaktverbote
- Bewährungsauflagen
- erhebliche soziale Konsequenzen
Diese Nebenfolgen sind für viele Betroffene besonders belastend.
Kann das Verfahren eingestellt werden?
Auch bei hohen Strafandrohungen sind – je nach Aktenlage – möglich:
- Einstellungen mangels Tatnachweises
- Einstellungen aus rechtlichen Gründen
- Begrenzung des Tatvorwurfs
Eine frühzeitige, spezialisierte Verteidigung ist hierfür entscheidend.
Bedeutung der Verteidigung
Ein erfahrener Strafverteidiger kann:
- den Tatvorwurf rechtlich einordnen
- technische Beweise kritisch prüfen
- strafmildernde Umstände herausarbeiten
- auf eine günstige Gesamtbewertung hinwirken
Gerade im Sexualstrafrecht entscheidet die Strategie häufig über das Ergebnis.
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